Die Stille der Dschungelbucht ist trügerisch. Hinter den steinernen Fassaden des Tempels, in dem seit Tagen Rätsel gelöst und Fallen überwunden werden, hat sich erneut etwas getan.
Doch diesmal ist es nicht der Schatz von Montezuma, der ruft – sondern eine Forderung der Inselregierung.
Die Bucht soll befahrbar werden
Mehrfach wurde der Wunsch an uns herangetragen, den Wasserweg in die Bucht für Bootsreisende zu öffnen.
Insbesondere Bewohner:innen des Dorfes, die sich in der schützenden Tiefe der Bucht niedergelassen haben, baten um eine Lösung: Sie wollten ihre Häuser schneller erreichen – ohne den Umweg durch den Dschungel, durch Haifischgewässer oder gefährliche Klippen.
Ein berechtigter Wunsch. Doch wie immer auf diesem heiligen Grund, sind es nicht nur Menschen, die entscheiden.
Die Götter fordern Ordnung
Schon seit Beginn des Tempelbaus war festgelegt: Der Tempel müsse zwei gegenüberliegende Eingänge haben – so, wie es die alten Götter befohlen hatten.
Und bis zuletzt galten beide Tore ausschließlich dem spirituellen Zugang. Für Boote war kein Platz – die schmalen Wasserwege waren bewusst blockiert.
Aber wir wollten dem Wunsch der Gemeinde nachkommen, ohne die göttliche Ordnung zu verletzen.
Die Lösung: Eine Zollstelle am Dschungelkanal
So haben wir eine Lösung gefunden, die dem Geist beider Welten gerecht wird. Einer der Zugänge zum Tempel wurde so umgestaltet, dass er nun auch Wasserfahrzeugen Durchlass gewährt. Gleichzeitig haben wir eine neue Struktur errichtet: die Zollstelle des Tempels.

Wer mit dem Boot in die Bucht fahren möchte, oder heraus, kann dies ab sofort tun – gegen Zahlung von 30 Goldmünzen Zoll. Der Betrag dient nicht nur der Verwaltung, sondern auch dem Erhalt des spirituellen Gleichgewichts: Die Götter mögen Handel, aber sie hassen Unordnung.
Heilige Ruhe geht vor Geschwindigkeit
Wichtig: Während heiliger Zeremonien oder bestimmter spiritueller Rituale behalten sich die Priester das Recht vor, die Zollstelle vollständig zu schließen.
Der Motorenlärm, das Rufen der Matrosen – all das stört die Zerbrechlichkeit der Andacht. Wer die Götter kennt, weiß: Ungeduld ist eine Sünde.
Eine Lösung im Sinne aller
Wir hoffen, dass diese Regelung ein Kompromiss ist, mit dem sowohl die weltlichen als auch die göttlichen Interessen gewahrt bleiben. Die Bucht ist wieder offen – aber sie gehört nicht den Booten allein. Sie gehört dem Dschungel, den alten Wegen und dem Willen der Götter.
Wer also künftig per Boot durch das Wasser gleitet, möge sich der Ehre bewusst sein, in heiligem Gebiet zu reisen.
🪙 Zoll fällig: 30 Goldmünzen
🚤 Zugang: über den südwestlichen Dschungelkanal
🛑 Achtung: Sperrzeiten bei Zeremonien möglich
Möge dein Motor leise tuckern und dein Herz laut schlagen.
Tzeh Luu – Priester des Aztekentempels


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